
Beim Einsatz von Schleifmitteln wird durch die Reibung zwischen Schleifkorn und Werkstoff immer statische Aufladung erzeugt. Diese bewirkt, daß sich der abgetragene Schleifstaub elektrostatisch auflädt und am Werkstück, am Schleifband sowie an Maschinenbauteilen und in der Umgebung festsetzt. Anhaftender Schleifstaub am Schleifband begünstigt das Zusetzen des Schleifmittels und seine Einsatzzeit wird stark beeinträchtigt.
Um diesen Problemen zu begegnen haben wir Antistatex® und Predust® entwickelt. Hier sind die Schleifmittel antistatisch behandelt, so daß die Korn- und/oder Bandrückseite elektrisch leitfähig sind. Elektrostatischen Ladungen können so abfließen.
Unsere Antistatex®- und Predust®-Produkte verhindern statische Aufladung und sorgen im Schleifprozeß dafür, daß der Schleifstaub nach dem Verlassen des Werkstückes mit der Schleifbandrichtung zur Absaugung geführt wird und dort nahezu vollständig abgesaugt werden kann.
Eine wesentliche Ursache für das Nachlassen der Schnittschärfe ist das Zusetzen des Schleifmittels mit Schleifstaub. Schleifstaubpartikel setzen sich durch elektrostatische oder adhäsive Kräfte und die entstehende Friktionswärme in den Spanzwischenräumen fest. Dadurch wird der Spanraum ständig reduziert und der Spanabfluß verhindert. Dieser Prozess dauert solange an, bis der Spanraum vollständig gefüllt ist und das Schleifband keine Späne mehr abheben kann.
Um diesem Prozeß entgegenzuwirken, werden Schleifbänder mit antiadhäsiven Zusätzen versehen. Hierzu werden insbesondere die Schleifmittel feinerer Körnungen mit einer Stearatschicht versehen. Das Stearat läßt beim Schleifen weniger Wärme entstehen, so daß sich stearatbeschichtete Bänder besonders für Lacke eignen, die durch ihre Thermoplastizität zum Schmelzen neigen.
Die Aufgabe des Bindemittels ist es, das Korn fest auf der Unterlage zu fixieren und dem Schleifmittel die nötige Flexibilität zu geben. Heute werden meist technische Harze als Bindemittel verwendet (z. B. Phenolharz).
Der Feinschliff wird meist mit einem Schleifkissen oder mit einer weichen Gummiwalze durchgeführt. Spuren vom groben Schliff sollen entfernt und überstehende Holzfasern abgetrennt werden. Es werden Aluminiumoxid-Schleifkörnungen zwischen P 100 und P 240 mit einer offenen Streuung verwendet. Der Einsatz ab P 220 mit Siliciumcarbit sorgt beim letzten Schliff für ein besonders gleichmäßiges Schleifbild.
Filmunterlagen zeichnen sich durch ihre hohe Gleichmäßigkeit als Trägermaterial für das exakt arbeitende Finishing-Werkzeug aus. Hohe Festigkeit (kein Verziehen oder Wölben), sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsbeständigkeit sorgen für optimale Ergebnisse im Finishing. Herkömmliche Schleifbänder mit Papier- oder Gewebeunterlage sind kompressibel und bieten dadurch keinen konstanten Eingriff der Schleifkörner, was zu ungleichmäßigem Abtrag und ungenauen Rauhtiefewerten führt. Sehr gleichmäßige Rauhtiefenwerte können nur mit Filmunterlagen erzielt werden.
Nach dem ersten Auftrag einer Beschichtung muß ein Zwischenschliff oder Finishing erfolgen, um eine gleichmäßige und haftstörungsfreie Oberfläche zu erzeugen. Üblicherweise liegt der Kornbereich zwischen P 240 und P 500.
Die Bewegungsrichtung des Schleifbandes zum Vorschub kann unterschiedlich sein. Gegenlauf ist die Laufrichtung, die am häufigsten zum Einsatz kommt. Sie sorgt für einen sauberen Schliff, da die Späne entgegen der Vorschubrichtung abgesaugt werden können und die geschliffene Fläche nach Verlassen des Aggregates sauber ist. Gleichlauf bewirkt, daß sich die Fasern an den Porenrändern, welche die vorangegangene Aggregate in eine Richtung gelegt haben, wieder aufgerichtet und abgetrennt werden können. Die Späne werden aber in Richtung der bearbeiteten Fläche abgeführt und sind somit schwierig abzusaugen. Nachfolgend muß in der Regel ein Gegenlaufaggregat eingesetzt werden, um die Fläche sauber zu schleifen.
Gewebe kommt dann zum Einsatz, wenn höheren Beanspruchungen standzuhalten sindund Festigkeit bei gleichzeitiger Flexibilität nötig ist. In der Regel werden Baumwollgewebe eingesetzt und entsprechend ihrer Flexibilität klassifiziert. †blicherweise werden die hochflexiblen Gewebe als "JF"-Gewebe, flexible, festere Gewebe als "J"-Gewebe und beanspruchbare feste Gewebe als "X"-Gewebe bezeichnet.
Beim Kalibrier- oder Egalisierschliff handelt es sich um einen Schliff, der mit einer Schleifwalze durchgeführt wird und bei dem ein Werkstück auf eine bestimmte Dicke oder gleichmäßige Stärke geschliffen wird. Zum Einsatz kommen grobe Aluminiumoxid-Schleifkörnungen von P 24 bis P 80 mit extra offener/offener Kornstreuung.
Die Körnung sollte immer so fein wie möglich gewählt werden. (Die Auftragsmenge der nachfolgenden Beschichtung steht im direkten Zusammenhang zur Korngröße des Endschliffs.) Bei einer Zerspanung von mehr als 1 mm ist es sinnvoll, mit der Körnung P 36 oder P 40 zu beginnen.
Grundsätzlich gilt: Je höher der Abtrag, desto gröber sollte die Kornauswahl sein. Es ist es möglich, eine Körnung zu überspringen. Werden mehrere Körnungen übersprungen, verbleiben Schleifspuren von den vorangegangenen Aggregaten.
Bei der Oszillation handelt es sich um einen gesteuerten Bandverlauf. Durch das seitliche Verlaufen werden die Zwischenräume der Schleifmittel gereinigt und einem vorzeitigen Zusetzen entgegengewirkt.
Papierunterlagen werden für einfache Arbeiten verwenden. Sie haben einen Kostenvorteil gegenüber Gewebe. Die Papiersorten werden in g/m2 angegeben und mit Buchstaben von A bis G klassifiziert.
Beim Querschliff wird das Schleifband quer zur Vorschubrichtung eingesetzt. Der Querschliff wird meist mit Aluminiumoxid-Schleifkorn in P 100 bis P 150 durchgeführt und bewirkt einen intensiven Schliff. Der Einsatz eines Querbandes hat eine Reihe von Vorteilen:
- Überstehende Fasern aus den Holzporen werden quer abgeschert und können sich beim späteren Grundieren oder Lackieren nicht mehr aufrichten;
- verklebtes Fugenpapier läßt sich quer zur Faserrichtung besser abschleifen;
- Schleifkosten werden durch die Schonung der nachfolgenden Breitbänder reduziert;
- Unterschiedlich harte Jahresringe im Werkstück werden besser und gleichmäßiger ausgeschliffen.
Als Schleifdruck bezeichnet man den Druck, mit dem das Schleifmittel im Bereich der Kontaktfläche gegen die Werkstückoberfläche gedrückt wird, damit die Schleifkörner mit ihren Spitzen in den Werkstoff eindringen und Späne abheben. Die Größe des Schleifdrucks ergibt sich aus dem Quotienten aus Anpreßkraft und Kontaktfläche.
Zur Verfeinerung der Oberflächen kann ein Schleifkissen eingesetzt werden. Schleifkissen sind elastisch-weiche Kontaktelemente, die sich flächig an die Werkstückoberfläche anpassen. Sie ermöglichen einer Vielzahl von Schleifkörnern gleichzeitig die Oberfläche zu bearbeiten. Aufgrund der Elastizität des Kissens liegt dieses "schwimmend" auf der Werkstückoberfläche. Da der Abstand zur Werkstückauflage/Transporteinheit variiert, werden Unebenheiten in der Fläche nur leicht ausgeglichen, aber nicht beseitigt. Diese Systeme werden in der Regel beim Feinschleifen von furnierten und grundierbeschichteten Werkstücken eingesetzt. Die Auflagefläche des Schleifkissens kann in der Breite zwischen 60 mm und 50 mm betragen.
Auf den Schleifmittelträger wird nach dem Bedrucken mit Korngröße, Produktname etc. zunächst ein Bindemittel aufgewalzt. Die Kornaufbringung erfolgt mittels elektrostatischer Aufladung der Schleifkörner. Im Flug richten sie sich dann mit ihrer Längsachse senkrecht aus und stehen dann senkrecht auf dem Schleifmittelträger. Durch dieses Verfahren wird eine große Schnittschärfe erzielt, die sich besonders für die Holzbearbeitung eignet. In einem zweiten Bindungsauftrag wird anschließend die Deckbindung aufgetragen. Bei Bedarf werden auch hierbei noch spezielle Behandlungen und/oder Beschichtungen appliziert, die dem Schleifmittel ganz besondere Eigenschaften verleihen. Nach dem Trocknen durchläuft das Schleifmittel abschließend eine "Flexmaschine" um eine gleichmäßige Elastizität/Flexibilität über das gesamte Schleifmaterial zu erzielen
Bei der Schleif- oder Kontaktwalze handelt es sich um eine Stahl- oder Gummiwalze mit Durchmessern zwischen 150 und 400 mm in verschiedenen Härtegraden. Stahlwalzen werden dort eingesetzt, wo ein hoher Anpreßdruck gefordert wird, wie z.B. beim Schleifen harter Werkstückoberflächen, beim Abtragen größerer Schichten sowie beim Kalibrieren unebener Werkstücke. Es gibt aber auch Anwendungen, bei denen weich-elastische Gummiwalzen mit großem Durchmesser als Schleifaggregat für den Lackschliff eingesetzt werden.
Sie werden synthetisch hergestellt und in zwei Hauptgruppen unterschieden: Siliziumcarbid und Aluminiumoxid. Letzterer ist der schärfste Kornwerkstoff für Holz, er ist sehr zäh und deshalb für alle Holzarten, Holzwerkstoffe, Folien und harte Lacke einsetzbar. Siliziumcarbid ist härter und findet deshalb seine Anwendung als Schleifmittel für Lacke und die meisten Oberflächenbeschichtungen. Welche Kornart für welchen Werkstoff am besten geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. Maschinenparametern, die natürlich auf den Schleifprozeß bedeutenden Einfluß nehmen.
Die Schnittgeschwindigkeit ist die Relativgeschwindigkeit zur Werkstückoberfläche, mit der sich das Schleifband relativ zur Werkstückoberfläche bewegt. Die Schnittgeschwindigkeiten liegen üblicherweise zwischen 18 und 30 m/s beim Kalibrieren und 12 bis 25 m/s beim Feinschleifen. Beim Lackschleifen liegt die Schnittgeschwindigkeit deutlich niedriger, und zwar zwischen 1,0 und 9 m/s.
In einem zusätzlichen Arbeitsgang wird auf das Schleifmittel eine Stearatschicht aufgebracht. Das Stearat wirkt einem frühen Zusetzen der Schleifmittel entgegen. Ein weiterer Vorteil, ist der leicht kühlende Schliff auf Lacken, die durch ihre Thermoplastizität zum Schmelzen neigen. Bei gleicher Korngröße wird ein mit Stearat beschichtetes Schleifmittel einen feineren Schliff erzielen als eines ohne Stearat.
Bei hohen Oberflächentemperaturen des Werkstücks (z.B. kurze Rollbahn vom UV-Trocknen zum Schleifen) sind stearatbeschichtete Schleifmittel nicht zu empfehlen.
Bei der Herstellung des Schleifmittels kann das Schleifkorn mit verschiedener Dichte gestreut werden. Üblich sind hier die Streuungen "geschlossen" oder "dicht gestreut", "offen" und "extra offen".
Beispielsweise Fichte, Kiefer, Teak und Palisander enthalten große Mengen Harze und …le, die ein schnelles Zusetzen der Spanzwischenräume des Schleifmittels verursachen. Bei diesen Holzarten sollte mit einem Schleifmaterial mit "extra offener" Streuung gearbeitet werden.
Eine offene Streuung ist dagegen beim Schleifen von Harthölzern zu empfehlen. Hier steht die optimale Anzahl von Schneidkörnern für den Schleifprozess zur Verfügung.
Eine geschlossene Streuung ist im Holz- und Lackschliff nicht zu empfehlen.
Hochglänzende Oberflächen müssen in abgestuft feingeschliffen werden. Sie sollten vor dem Polieren so fein wie möglich geschliffen werden. Der Kornbereich beim Super-Finishing liegt je nach Anwendung, im Lackbereich aber zwischen P 600 und P 2500.
Die Trägermaterialien werden nach Papier-, Gewebe- und Filmunterlagen unterschieden. Papierunterlagen werden für einfache Arbeiten verwenden. Sie haben einen Kostenvorteil gegenüber Gewebe. Die Papiersorten werden in g/m2 angegeben und mit Buchstaben von A bis G klassifiziert.
Gewebe kommt dann zum Einsatz, wenn höheren Beanspruchungen standzuhalten sindund Festigkeit bei gleichzeitiger Flexibilität nötig ist. In der Regel werden Baumwollgewebe eingesetzt und entsprechend ihrer Flexibilität klassifiziert. †blicherweise werden die hochflexiblen Gewebe als "JF"-Gewebe, flexible, festere Gewebe als "J"-Gewebe und beanspruchbare feste Gewebe als "X"-Gewebe bezeichnet.
Polyestergewebe sind noch reißfester als die konventionellen Gewebe und werden als "Y"-Gewebe bezeichnet. Sie finden insbesondere bei hohen Zerspanvorgängen Verwendung.
Filmunterlagen zeichnen sich durch ihre hohe Gleichmäßigkeit als Trägermaterial für das exakt arbeitende Finishing-Werkzeug aus. Hohe Festigkeit (kein Verziehen oder Wölben), sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsbeständigkeit sorgen für optimale Ergebnisse im Finishing. Herkömmliche Schleifbänder mit Papier- oder Gewebeunterlage sind kompressibel und bieten dadurch keinen konstanten Eingriff der Schleifkörner, was zu ungleichmäßigem Abtrag und ungenauen Rauhtiefewerten führt. Sehr gleichmäßige Rauhtiefenwerte können nur mit Filmunterlagen erzielt werden.
Als Vorschliff bezeichnet man den ersten Schliff zum Vorbereiten und Reinigen einer Fläche. Es wird im Allgemeinen zwischen Egalisierung (etwas ebnen) und Kalibrierung (auf Stärke schleifen) unterschieden und er erfolgt zumeist auf Schleifwalzen. Der Kornbereich beim Vorschliff liegt zwischen P 24 und P 100.
Als Vorschubgeschwindigkeit wird die Geschwindigkeit, mit der das Werkstück durch die Maschine geführt wird, bezeichnet. Deren Einstellung ist abhängig von der Werkstoffart, der Oberfläche und der Anzahl der eingesetzten Schleifaggregate.
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